Selbstoptimierung

“Du willst das Maximum rausholen bei der Arbeit, beim Sport, bei der Liebe und beim Feiern. Besser werden bis der Arzt kommt.” Zitat aus dem ZDF info-Beitrag vom 5.12. mit dem Titel “Ulrich protestiert: Selbstoptimierung”. Zum Film geht’s hier

Selbstoptimierung in einer gesunden Form ist ein wichtiger Teil der Menschheitsgeschichte und des Menschseins. Doch liegt der Fokus allein auf der Optimierung der Produktivität unserer Selbst und wird dies sogar als Schlüssel zum Glück verkauft, dann stellt dies in meinen Augen eine ganz subtile Form der Selbstversklavung dar, getreu dem Motto “Immer mehr, immer besser” unserer westlichen Wachstumsideologie. So lange uns dies jedoch nicht bewusst ist, sind wir willfährige Mitläufer, ideale Konsumenten, Arbeitnehmer und (leider) auch perfekte Führungskräfte. Entschleunigung und Achtsamkeit für seine eigentlichen Bedürfnisse sind hier definitiv fehl am Platz. Denn aus der Sicht unseres bestehenden Wirtschaftssystems stellt sich sofort die Frage: Warum auch?

Doch inzwischen ist es ja auch zum Glück wissenschaftlich bewiesen (→Blogbeitrag “So funktioniert Wissenschaft”): Die Psychoneuroimmonologie bestätigt nun auch erstmals (!!!), was uns unser gesunder Menschenverstand schon immer gesagt hat ;-) , nämlich dass unser Hang zum Perfektionismus, also zum immer besser sein wollen, krank macht. Die Sendung Heilung in sich selbst finden, 3Sat Mediathek, befasst sich mit dieser Thematik und zeigt auf, wie unser Alltag aussehen müsste, damit unser Immunsystem stark bleibt. Und hier drängt sich mir die Frage auf: Wer oder was hindert uns eigentlich daran, es umzusetzen bzw. uns für diese menschlichen Bedingungen stärker einzusetzen?

Bleibt menschlich!

Iris

P.S. Bereits veröffentlichte Beiträge zum Thema “Entschleunigung”:
Freizeit ≠ Muße ≠ Faulheit
Das Phänomen der Zeitnot
Die westliche Arbeitsmoral – eine christliche Tugend?

Folgende Beiträge dazu sind noch in der Pipeline:
18.12. Muße will eingeübt sein
20.12. “Leistungsdruck: Ein Hoch auf die Faulheit”
22.12. Je schneller, desto reicher
24.12. Zwei Minuten Nichtstun
25.12. Macht uns ein schnelleres Leben krank?
28.12. Selbst Schuld oder Fehler im System?

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