Anders sein?!

Der letzte Kommentar unter der Überschrift “Ernst vs. Ernsthaftigkeit” hat mich jetzt zu diesem Thema inspiriert, da ich glaube, dass es vielen von uns so geht, die sich entschieden haben, menschliche Aspekte mehr in Ihren beruflichen Alltag einfließen zu lassen…

Ich zitiere:

“Ich bin Anwalt. Scherze im Gerichtssaal sind eher selten, wobei ich sicherlich häufig einen Scherz mache. Meistens reagiert die Gegenseite dann etwas indigniert und hält mich für einen Spinner, der die Dinge nicht ernst genug nimmt. Fakt ist aber, dass es dabei immer um Menschen geht, die in den Gerichtssituationen extrem angespannt sind, vorher nicht geschlafen haben etc. Denen tut ein lockerer Spruch dann durchaus gut und nimmt Ihnen etwas von Ihrer Anspannung und Nervosität.”

Meine klare Meinung dazu: Lieber Stefan, bitte mach weiter so ;-) !

Klar ist, dass alles was neu ist, was anders ist, was den gängigen Mustern nicht entspricht, als Spinnerei abgetan wird, weil es nicht verstanden wird (weil eben neu!) und im schlimmsten Fall als “Bedrohung für’s Establishment” gesehen wird. Und dann kann es ohne Zweifel eventuell brenzlich werden…

Aber früher sind die Menschen dafür ins Gefängnis gewandert (in anderen Ländern ist es bekanntermaßen noch heute so) oder gar auf dem Scheiterhaufen oder am Galgen gebaumelt. Da haben wir es heutzutage hier in Deutschland echt gut. Und das meine ich wirklich so. (Daher bewusst ohne ;-) !)

Was haben wir denn heute noch “Schlimmes” zu befürchten?

Von den Menschen nicht mehr anerkannt zu werden, deren Meinung wir sowieso nicht vertreten? Deren Lebensführung sowieso nicht die unsere ist? Nein, das ist nicht die eigentliche Angst, die einen dann umtreibt….

… Es ist die Angst, am Ende seinen Job zu verlieren bzw. als Selbstständiger seine Kunden/Mandanten. Ganz einfach! Denn (noch) sind diese Menschen in der Mehrzahl, die “Professionalität” mit Konkurrenzkampf, Leistungsstreben um jeden Preis und übertriebener Sachlichkeit verwechseln. Die gängige Definition von “Professionalität”, mit der nahezu jeder von uns groß geworden ist in dieser Gesellschaftsordnung. Und diese Menschen bleiben weiter in der Mehrheit, wenn es nicht mehr solche Menschen geben wird, wie dieser Schreiber, die es bewusst anders machen ;-) .

Nun, da ich der Meinung bin, dass wir jetzt die Chance haben den Wandel zu vollziehen, weil wir eben nicht mehr um unser Leben fürchten müssen, sind es diese Vorreiter, denen der Wind des Unverständnisses besonders hart entgegen bläst. So what!

Klar, es braucht Selbstbewusstsein, nicht mehr von allen geliebt zu werden. Es braucht Rückgrat stehen zu bleiben, auch wenn uns der besagte Wind entgegenbläst. Und es braucht Mut zum Risiko, eventuell materiell Einbußen zu erleiden.

Aber damit hat es sich auch schon. Und ich meine es, wie ich es sage! Vor allem: Das muss ja alles nicht sein. Nur: Wenn man es erst gar nicht probiert, kann man ja auch nicht erleben, was sich eventuell Positives daraus ergibt!

Ich persönlich habe gemerkt, dass in den Momenten, in denen ich mich im Beruf als “menschlich” geoutet habe, sich mein Gegenüber ganz oft sogar erleichtert gezeigt hat und die Zusammenarbeit auf einem sehr wertvollen und auch ergebnisreichem Niveau fortgeführt werden konnte.

Leider habe ich hier auch feststellen dürfen, dass je höher die Gesprächspartner in der Firmenhierarchie stiegen, das Verständnis oftmals dafür schwand. Ist logisch, weil diese Menschen ja durch das Befolgen genau dieser Spielregeln des bestehenden Wertesystems auf diese Position gekommen sind!

Meine Erfahrung war es auch, dass man diesen Menschen nur in Ausnahmefällen bewusst machen kann, dass es auch anders geht. Das ist meistens erst dann möglich, wenn sie einen persönlichen Zusammenbruch erlebt haben.

Gut, aber jetzt zurück, zu denen, die gerne wollten, aber sich nicht trauen oder daran zweifeln, dass es etwas bringt:

Irgendwo hab ich mal einen tollen Spruch gelesen: ”Was und wie andere von uns reden, sagt mehr über sie aus als über uns.” Also reden lassen… ;-)

Und es gibt hier wirklich nur eine Lösung: Mutig zu sein, es zu wagen, auch auf die Gefahr hin, dass es Unverständnis oder sogar größere Konsequenzen haben könnte. Es birgt auf alle Fälle die Chance innerlich daran zu wachsen!

Innere Kündigung oder Schweigen stützen nur den Status Quo! Langfristig geht es zu Lasten der eigenen Gesundheit und des seelischen Wohlbefindens und in letzter Konsequenz auch unseres Menschseins ;-) ! Und Du bringst Dich um die Möglichkeit in Deinem beruflichen Umfeld etwas für Dich zu verbessern. It’s your choice! Was ist Dir wirklich wichtig? Da sind wir wieder bei der Frage nach den Prioritäten ;-) .

Bleibt menschlich!

Iris

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