Alles eine Frage der Prioritätensetzung?!

Frage des Notizbuch-Moderators Oliver Buschek an Herrn Welzer (BR2, 14.1.14):

Wenn ich jetzt beim Nichtstun mehr und mehr zu dem Gedanken komme, dass mit meinem Leben was nicht stimmt, weil ich einfach unzufrieden bin, weil ich eben nicht empfinde, dass das ein gutes Leben ist, wie komme ich dann aus dieser Starre raus? 

In Anlehnung an das, was Herr Welzer hier antwortet, meine Meinung dazu:

Wir leben in einer Gesellschaft, mit ungeahnten Möglichkeiten unsere (Lebens-)zeit zu verbringen. Sich jedoch für etwas zu entscheiden, bedeutet gleichzeitig, sich gegen etwas zu entscheiden.

Klingt logisch. Aber da liegt der gedankliche Sprengstoff ;-) !

Denn es braucht klare Vorstellungen was man auf keinen Fall versäumen will. Und umgekehrt: Was einem wirklich wichtig ist im Leben?

Ist es tatsächlich die Bestzeit bei einem sportlichen Wettkampf oder die Gehaltserhöhung für den Preis von noch mehr Überstunden?  Oder ist es vielleicht doch die sternenklare Nacht an einem einsamen schönen Plätzchen irgendwo in der Umgebung mit einem Fläschchen Rotwein im Arm seiner/seinem Liebsten? Und nicht das Hotel mit Wellnessbereich und 5-Gänge-Menü. Es sind sehr oft die „einfachen“ Dinge, bei denen sich Menschen wirklich begegnen können, wo etwas passiert und die es wert sind, erinnert zu werden. Gönnen wir uns ab und zu den „wahren Luxus“ die Seele baumeln zu lassen und lasst uns versuchen “neben der Spur” zu denken! Erlauben wir es uns doch aus unserem gewohnten Denkschema auszusteigen!

Vor 150 Jahren war die Lebenserwartung um die Hälfte niedriger. Also haben wir gerne mal 30-40 Jahre lang mehr Zeit mit unserem Leben etwas anzufangen ;-) Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen…

Zitat Welzer: Das Perfide ist, dass wir in aller Regel so sehr in diesen Konsumwelten und diesen Arbeits- und Leistungswelten versunken sind, dass diese zusätzlich geschenkte Zeit eine ist, die eben genau diesen Kontrollzwängen unterworfen wird und dass man sie gar nicht nutzt. Und dann denkt man wahrscheinlich, wenn man irgendwann auf der Bahre liegt: ,Oh, verdammt noch mal. Wo ist denn die ganze Zeit geblieben?’ Weil so etwas, was nur nach Leistung, Effizienz usw. strukturiert ist, das zerrinnt einem ja auch zwischen den Fingern. Da bleibt ja nichts von übrig. Das konsumiert sich selbst.

Vielleicht nimmst Du Dir heute mal die Zeit und überlegst Dir, was Du eigentlich schon die ganze Zeit gerne machen willst, was kein Geld kostet (oder ganz wenig) und nur daran liegt, dass Du Dir nicht die Zeit dazu nimmst. Gib Dir die Erlaubnis dazu, auch mal etwas zu tun, auch auf die Gefahr hin, dass es – gemessen an den gängigen Maßstäben – nicht „sinnvoll“ ist, Dich aber wohlfühlen lässt. Dieses Wohlfühl-Gefühl kommt dann letzten Endes wieder Deiner Umgebung zu Gute. Beruflich als auch privat. Also alles andere als egoistisch, sondern nötig!

Es ist nicht der Mangel an Zeit. Es ist nur eine Frage der Prioritätensetzung. Wir kommen also nicht aus: Es liegt an uns selbst!

Und außerdem: Was ist es denn wirklich wert ‘am Ende’ erinnert zu werden?
Eine interessante Frage, die wir uns zwischendrin immer mal wieder stellen sollten…

Bleibt menschlich!

Eure Iris

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