{"id":974,"date":"2014-01-26T09:00:25","date_gmt":"2014-01-26T08:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/dilettanti.eu\/?p=974"},"modified":"2014-08-29T08:47:52","modified_gmt":"2014-08-29T07:47:52","slug":"schoene-neue-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dilettanti.eu\/?p=974","title":{"rendered":"Sch\u00f6ne neue Welt."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">In meinem Denkansto\u00df <span style=\"text-decoration: underline;\">&#8222;<em><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><a title=\"Was das Geld im Kopf anstellt.\" href=\"http:\/\/dilettanti.eu\/?p=806\">Was das Geld im Kopf anstellt<\/a>&#8222;<\/span><\/span><\/em><\/span>\u00a0ging es um die unterbewusst ablaufenden instikthaften Verflechtungen der menschlichen Urbed\u00fcrfnisse mit Geld in unserem Gehirn. Dies erkl\u00e4rt uns einmal mehr seinen unangefochtenen Platz 1\u00a0<\/span><span style=\"line-height: 1.714285714; font-size: 1rem;\">auf der Motivationsskala unserer Konsumgesellschaft ;-).\u00a0<!--more--><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist logischerweise nicht erst seit gestern so, sondern das Ergebnis einer sukzessiven Entwicklung \u00fcber viele Jahrhunderte seit der Einf\u00fchrung von Geld. So weit so gut!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diese Gier nach mehr, die in unserem Hirn quasi angelegt ist, ist aber in den letzten Jahren &#8211; im letzten Jahrzehnt &#8211; immer ungebremster verlaufen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hirnforscher haben hierf\u00fcr eine Erkl\u00e4rung:<strong>\u00a0Die digitale Technik.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie\u00a0ersetzt immer h\u00e4ufiger den direkten Kontakt zu anderen Menschen und das wiederum beeinflusst unsere Entscheidungen. Die Forscher erkl\u00e4ren diesen Prozess am sog. &#8222;Eisenbahndilemma&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Waggon ist in Bewegung und ein fremder Zuschauer sieht, dass dieser Waggon auf 5 Gleisarbeiter zu rollt. Er hat die M\u00f6glichkeit, den Waggon \u00fcber einen Stellhebel umzulenken und dabei nur einen Gleisarbeiter zu t\u00f6ten. Da er keinen von ihnen kennt, entscheidet er sich die 5 zu retten und greift entsprechend &#8222;aus der Ferne&#8220; \u00fcber das Stellen der Weiche ein. St\u00fcnde er aber auf einer Br\u00fccke und m\u00fcsste aktiv einen Mann vor den Waggon werfen, um diesen zum Stehen zu bringen, ist die Entscheidung umgekehrt: Da diese eine Person neben ihm auf der Br\u00fccke ganz konkret ist, wird er den Tod der 5 &#8222;anonymen&#8220; Arbeiter billigend in Kauf nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die moderne Finanzwelt \u00fcbertragen hei\u00dft das: Fr\u00fcher hat ein Anlageberater seine Kunden noch gekannt. Heute geht das Meiste anonym \u00fcbers Internet. Hier steht nicht mehr die konkrete Person xy da, die man kennt, bei der es einem peinlich oder unangenehm ist, wenn man ihm einen &#8211; teilweise f\u00fcr sein ganzes Leben &#8211; entscheidenden Verlust beif\u00fcgt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hier bekommen wir wieder best\u00e4tigt, was wir ja eigentlich schon wissen ;-):<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn der pers\u00f6nliche Kontakt fehlt, trifft der Mensch ganz andere Entscheidungen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen \u00e4hnlichen Effekt haben Kreditkarten. Kaufen wir damit ein, registriert unser Gehirn nicht in dem Masse, dass wir Geld ausgeben. Wir nehmen das Geld nicht in die Hand. Haben also keinen sinnlichen Reiz und der Geldbeutel bleibt ja auch unver\u00e4ndert voll ;-). D.h. das Zentrum, das f\u00fcr die Verlustangst zust\u00e4ndig ist, meldet sich nicht. Das Belohnungszentrum aber bekommt den gew\u00fcnschten Kick: Es hat etwas Reales, Fassbares!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ob beim virtuellen Anlageberater oder dem Einsatz von Kreditkarten: Die emotionale Distanz zum Kunden oder zu den Kosten des Einkaufs unterdr\u00fcckt warnende Signale unseres Gehirns! Das Belohnungszentrum hat freie Bahn und das umso mehr alles unter Zeitdruck passiert!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn es sind gerade die akuten Belohnungen, die unser Belohnungssystem aktivieren. Sobald etwas aber in die Zukunft verschoben wird, f\u00e4llt diese Aktivierung quasi weg bzw. wird stark vermindert. Dieses wird dann viel st\u00e4rker \u00fcber die Ratio abgehandelt und bewertet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie k\u00f6nnen wir also der Stimme der Vernunft in unserem Gehirn mehr Gewicht verleihen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort lautet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zeit zwischen geldrelevante Entscheidungen bringen! Und die \u00dcberlegung: \u00a0&#8222;Was brauche ich wirklich?&#8220;\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die aufgezeigten Mechanismen machen deutlich, dass es vor allem in unserer &#8222;sch\u00f6nen neuen Welt&#8220; zunehmendes Bewusstsein braucht und Willensst\u00e4rke, um den Wertewandel hin zum &#8222;weniger ist mehr&#8220; erst einmal f\u00fcr sich selbst zu realisieren ;-).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch eines bleibt unbestritten: Die menschliche Pers\u00f6nlichkeit ist mehr als die Summe Ihrer Hirnfunktionen! Und deshalb bin ich davon \u00fcberzeugt, dass JEDER, DER WILL, etwas \u00e4ndern kann! Egal wie stark das Belohnungszentrum nach MEHR giert ;-).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleibt menschlich!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Iris<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P.S. Diesen Artikel habe ich auf Basis eines podcasts von BR 2 RadioWissen verfasst.<br \/>\nHier k\u00f6nnt Ihr ihn in voller L\u00e4nge anh\u00f6ren: <span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #888888;\"><a href=\"http:\/\/cdn-storage.br.de\/mir-live\/MUJIuUOVBwQIb71S\/iw11MXTPbXPS\/_2rc_H1S\/_-0S\/_2Nc9ArP\/130802_0905_radioWissen_Geld-im-Gehirn---Was-der-Mammon-im-Kopf-ans.mp3\"><span style=\"color: #888888; text-decoration: underline;\">Was das Geld im Kopf anstellt.<\/span><\/a><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem Denkansto\u00df &#8222;Was das Geld im Kopf anstellt&#8222;\u00a0ging es um die unterbewusst ablaufenden instikthaften Verflechtungen der menschlichen Urbed\u00fcrfnisse mit Geld in unserem Gehirn. 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